und wir müssen gehen
Aufstieg zur Muttekopfhütte (1)
Aufstieg zur Muttekopfhütte (1)

Aufstieg zur Muttekopfhütte (1)

Dieser Beitrag ist der erste Teil einer dreitägigen Hüttentour in den Lechtaler Alpen. Der Weg führt vom Hahntennjoch über den Scharnitzsattel zur Muttekopfhütte.

Tourdetails

Datum: 17.06.2022
Länge: 4km
Höhenmeter: 550m ▲ / 500m ▼
Dauer: 2:45 inkl. Pausen, 2:30 Gehzeit
Schwierigkeit: T3
GPX-Track

Karte & Höhenprofil

Wegbeschreibung

Wir beginnen den Tag mit der Anfahrt nach Boden. Dort ist ein recht großer und kostenfreier Wanderparkplatz außerhalb des Ortes ausgewiesen auf dem wir mit Glück noch den wirklich allerletzten Parkplatz ergattern. Zu Fuß gehen wir dann zurück in den Ort, um den Wanderbus zum Hahntennjoch zu nehmen. Die Abfahrtszeiten der Busse haben wir im Voraus recherchiert. Während wir auf den Bus warten und schon unseren Wegproviant dezimieren, treffen wir unsere Nachbarn aus Peiting, die hier anscheinend ein Ferienhaus haben. Die sind genauso verblüfft, wie wir, uns hier zu treffen – in einem Ort, der buchstäblich nur aus einer Handvoll Häusern besteht. Aber nun ja, die Welt ist klein 🙂

Bushaltestelle Boden

Pünktlich, dass man die Uhr danach stellen könnte, trifft der Bus ein. Wir fahren entlang der Passstraße, die offensichtlich viele Motorradfahrer zu ihrer Rennstrecke auserkoren haben, zum eigentlichen Start der Tour. An der Haltestelle Hahntennjoch Passhöhe steigen wir aus und beginnen um 12 Uhr unseren Aufstieg zur Muttekopfhütte.

Start der Tour am Hahntennjoch

Die Aussicht in die umliegende Bergwelt lässt uns direkt alles andere vergessen und wir starten mit dem Aufstieg. Obwohl der Wegweiser ein bisschen in die falsche Richtung zeigt, ist der Wanderweg klar erkennbar und gut markiert. Der Weg geht gnadenlos direkt bergauf, ohne ein gemütliches Warmlaufen zu erlauben. Zu Beginn befinden wir uns noch in lichten Latschenfeldern, erreichen aber schnell die Baumgrenze – immerhin ist bereits der Start der Tour schon auf knapp 1900m Höhe. Schatten sucht man auf der ganzen Tour vergeblich, entsprechend wichtig sind Sonnenschutz und Wasser.

Der Wanderweg führt geradewegs auf die Steilwand zu und wird zunehmend felsiger. Bald erreichen wir bei einem kleinen Schneefeld den Einstieg in den versicherten Steig auf den Scharnitzsattel. Der Steig beginnt mit einer Leiter aus Eisenbügeln, die wir hinaufklettern. Weiter geht es dann gut markiert und fast durchgehend versichert die Wand hinauf zur Scharte. Der Weg ist doch recht anspruchsvoll und man sollte definitiv trittsicher und schwindelfrei sein. Da der Weg nur rot markiert ist, kommt das ein wenig unerwartet – wir waren sicher schon auf schwarz markierten Wegen unterwegs, die einfacher zu gehen waren.

Den Scharnitzsattel erreichen wir 1:30h nach Start der Tour. Der Sattel bietet sehr schöne Aussichten in die beiden Täler im Norden und Süden und die jeweils dahinter liegenden Berge. Da der Sattel den höchsten Punkt der Tour markiert, geht es ab jetzt wieder bergab zur Muttekopfhütte. Der Weg ist bereits von oben gut zu erkennen und führt uns über schotterige Serpentinen und ein paar kleine Schneefelder auf eine kleine Anhöhe, den Guggersattel. Auch ein paar kleine Schmelzwasserbäche müssen wir überqueren.

Vom Guggersattel ist dann auch schon die Muttekopfhütte (kurz: „Mutte“) in Sicht, die schnell über einen unschwierigen Wanderweg erreicht wird. Kurz vor der Hütte legen wir noch eine kleine Pause direkt an einem Sturzbach ein, um unseren Proviant für den ersten Tag zu vernichten und noch die Idylle zu genießen.

Letztendlich erreichen wir die Hütte gegen 14:45. Die auf dem Wegweiser angegebenen 2:30h passen also ganz gut. So früh auf der Hütte haben wir natürlich noch reichlich Zeit, das ein oder andere kühle Getränk zu genießen, Kaiserschmarrn zu essen und einfach auf den Sonnenliegen zu entspannen und die Aussicht zu genießen.

Nach und nach verlassen die Tagesgäste die Hütte und die Übernachtungsgäste trudeln ein. Witzige Geschichte: Eine ehemalige Schulkollegin, die ich bestimmt seit zehn Jahren nicht mehr gesehen habe ist hier mit ihrem Vater unterwegs und die beiden bleiben auch über Nacht. Hallo Anne! Da gibt es natürlich viel zu erzählen über den Abend. Die beiden kommen von der Hanauer Hütte, also von unserem Ziel morgen.

Zum Abendessen nehmen wir beide das Bergsteigeressen: Spätzle mit Rucola-Walnuss-Pesto. Ja, es schmeckt so geil, wie es klingt. Großes Lob an die Küche! Gegen 21 Uhr ziehen wir uns dann ins Lager zurück, da morgen ein langer Tag bevorsteht und die viele Sonne uns auch heute ganz schön platt gemacht hat.

Fazit

Der Aufstieg zur Muttekopfhütte war ein super Auftakt für unsere dreitägige Hüttentour. Kurz, aber knackig und actionreich. Und obwohl kein Gipfel dabei war, durchaus aussichtsreich! Generell scheint der Weg nicht viel begangen zu werden, jedenfalls haben wir kaum Leute gesehen. Vielleicht ein Geheimtipp? Umso lustiger natürlich, dass unter den wenigen Menschen, die wir gesehen haben, zum einen unsere Nachbarn und zum anderen eine ehemalige Schulkollegin waren.

Ein Kommentar

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