und wir müssen gehen
Tagestour im Rofangebirge
Tagestour im Rofangebirge

Tagestour im Rofangebirge

Wir nutzen die Osterfeiertage für einen Kurzurlaub an den Achensee. Die Gegend bietet tolle Wanderungen in den umliegenden Gebirgen, wie zum Beispiel im Rofangebirge, wo unsere heutige Bergtour stattfindet.

Tourdetails

Datum: 16.04.2022
Länge: 12km
Höhenmeter: 950m ▲ / 950m ▼
Dauer: 6:30h inkl. Pausen, 5h Gehzeit
Schwierigkeit: T2
GPX-Track

Karte & Höhenprofil

Wegbeschreibung

Früh morgens nach einem ordentlichen Frühstück brechen wir auf nach Maurach und steuern den Parkplatz P2 an der Rofanseilbahn an. Der Parkscheinautomat ist kaputt – perfekt, 8€ gespart. Damit fängt der Tag doch gleich mal super an 🙂 Gut gelaunt starten wir vom Auto weg um 9:30 Richtung Norden. Das Wetter könnte besser sein, vor allem beim Blick in die Berge, aber man kann es sich halt nicht aussuchen.

Zu Beginn führt unser Weg noch an ein paar Häusern vorbei zum Ortsrand, den wir schnell erreichen. Hier folgen wir den Wegweisern Richtung Erfurter Hütte und steigen eine Piste auf, die wohl vor ein paar Wochen noch die Talabfahrt des Skigebiets darstellte. Die Piste führt ein Stück parallel zum Kasbach, den wir weiter oben über eine Brücke überqueren. Am Wegekreuz bei der Brücke halten wir uns Richtung Norden und folgen dem gut markierten Waldweg. Der Weg verläuft total idyllisch am Kasbach entlang und außer uns ist keine Menschenseele unterwegs. Von überall her fließen Sturzbäche den Berg herab

Bald wird der Weg deutlich steiler und wir gewinnen schnell an Höhe. Weiter oben müssen wir den Kasbach noch mindestens dreimal queren, dann allerdings ohne Brücke. Wasserdichtes Schuhwerk und Trittsicherheit sind hier angebracht, der Bach sieht nämlich nicht gerade nach einer angenehmen Erfrischung aus 😉

Nach etwa einer Stunde kommen wir eine breite Forststraße oberhalb der Mauritz Sesselbahn. Genau wie auch bei der Rofanseilbahn ist hier Saisonpause und die Doppelsessel liegen neben der Station aufgereiht. Auf der anderen Seite der Straße passieren wir ein Naturfreundehaus, gehen unter dem Lift hindurch und biegen kurz darauf nach links ab, um dem Wegweiser Richtung Erfurter Hütte zu folgen. Der Weg verläuft ein ganzes Stück unschwierig, bis auf etwa 1600m Höhe der Schnee beginnt. Zuerst sind es noch vereinzelte Scheeflecken, dann werden es immer größere weiße Flächen. Die Wegmarkierungen sind zwar zum größten Teil unter der Schneedecke, allerdings ist es mehr oder weniger offensichtlich, wo es lang geht: steil bergauf!

Aufstieg über steile Piste

Der letzte Aufschwung ist noch einmal unangenehm vereist, aber schließlich erreichen wir nach etwa 2:15h die Almen und Hütten an der Rofan Bergstation, die hier fast schon wie eine kleine Siedlung anmuten. Hier oben an der Mauritzalm gönnen wir uns dann auch eine ausgiebige Pause bei heißem Tee und ein paar Nüssen.

Den ursprünglichen Plan, auf die Rofanspitze weiterzugehen, verwerfen wir beim Blick nach oben. Man sieht kaum 50m weit, die Wegmarkierungen liegen irgendwo unter einer geschlossenen Schneedecke und zu allem Überfluss beginnt es auch noch -Achtung, Wortneuschöpfung- zu „schnieseln“. Der weitere Aufstieg wäre also nicht nur unangenehm, sondern auch gefährlich und durch die dichte Wolkendecke auch nicht wirklich lohnend. Auch der Sirenen-Probealarm, der aus dem Tal herauf tönt, macht nicht gerade Mut…

Nach einer guten halben Stunde Rast gehen wir wieder weiter. Zuerst statten wir noch der Erfurter Hütte einen Besuch ab. Im Sommer bestimmt ein Traum hier. Wir haben sogar das Glück, dass die Wolkendecke kurz aufreist und einen schönen Blick auf den Achensee freigibt.

Blick auf den Achensee von der Erfurter Hütte

Um etwa 12:30 machen wir uns wieder an den Abstieg, allerdings nicht auf dem gleichen Weg, sondern in einem Rundweg über die Dalfazalm. Wir starten Richtung Westen auf dem AV-Weg 413. Zu Beginn ist die Wegfindung durch den Schnee etwas abenteuerlich und wir brechen immer wieder bis über die Knie durch die Schneedecke. Bald kommen wir aber dann auf einen schönen Höhenweg, auf dem nur noch kurze Schneefelder zu queren sind und der immer wieder tolle Blicke auf den Achensee, Maurach und Pertisau im Tal zulässt. Am Hang über uns stehen immer wieder ein paar grasende Gämse.

Direkt unterhalb der Rotspitze, am Durrakreuz, treffen wir auch erstmals andere Wanderer, die es sich auf ein paar Panoramabänken gemütlich gemacht haben. Wirklich ein schönes Plätzchen für eine Pause. Und auch uns knurrt mittlerweile der Magen.

Blick auf den Achensee

Als aber plötzlich ein kopfgroßer Stein mit einem Mordskaracho mitten über den Weg schießt, auf dem wir gerade noch gelaufen sind, entschließen wir uns, doch weiterzugehen. Unterwegs kommen wir noch einmal an einer Bank vorbei, die zu einer Brotzeit einlädt. Kaum setzen wir uns aber hin, landet direkt neben uns ein kleiner Stein.. Also eher doch nicht hier 😀

Gegen 13:40 erreichen wir dann die Dalfazalm und machen dort endlich eine ordentliche Brotzeit.

Frisch gestärkt geht es eine halbe Stunde später wieder an den Abstieg. Der Weg zuerst noch gerade von der Hütte weg, um sich dann in vielen, steilen Serpentinen Richtung Tal zu schlängeln. An einem Abzweig unterhalb der Teisslalm biegen wir nach rechts ab, um noch einen spontanen Abstecher an den Dalfazer Wasserfall zu machen, den wir kurz darauf erreichen. Wow, echt imposant!

Dalfazer Wasserfall und Klettersteig

Aus rund 60m Höhe rauscht das Wasser hier in die Tiefe, womit der Dalfazer Wasserfall der größte Wasserfall am Achensee ist. Direkt rechts neben dem Fall geht ein Klettersteig nach oben. Wenn man genau schaut, sieht man ein paar Leute in der Wand hängen, die auch einen guten Größenvergleich abgeben. Der Klettersteig sieht durchaus spaßig aus 🙂

Von der Aussichtsplattform am Wasserfall gehen wir weiter bergab zu einem großen Wegekreuz mit mehreren Abzweigen. Wir gehen über den Buchauer Wasserfall Richtung Talstation der Rofanbahn. Den deutlich kleineren Wasserfall passieren wir bald darauf, halten uns hier aber nicht länger auf.

Buchauer Wasserfall

Laut den Wegweisern steigt man nun ab ins Tal und läuft durch das Dorf zurück zur Talstation. Wir halten uns aber lieber auf der Forststraße und laufen oberhalb des Dorfs zurück zur Brücke über den Kasbach und gehen von dort die letzten Meter zurück zum Parkplatz, den wir gegen 16 Uhr erreichen.

Fazit

Die Tour verlief zwar alles andere, als geplant und auch das Wetter hätte besser sein können, trotzdem war die Tour durchaus schön und hatte mit dem Dalfazer Wasserfall sogar noch ein ungeplantes Highlight. Durch das schlechte Wetter hatten wir die Berge mehr oder weniger für uns und konnten die Stille genießen, was auch etwas für sich hat.

Auch ohne Gipfelbesteigung war die Tour mit knapp 1000 Höhenmetern, steilen und schmalen Wegen und noch Schnee sowohl konditionell, als auch technisch anspruchsvoll und eine gute Vorbereitung auf den nächsten Tag…

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