und wir müssen gehen
Tagestour auf die Ammergauer Kreuzspitze
Tagestour auf die Ammergauer Kreuzspitze

Tagestour auf die Ammergauer Kreuzspitze

Um die letzten schönen Herbsttage vor Wintereinbruch in den Bergen noch zu nutzen, haben wir uns für eine Tagestour auf die Kreuzspitze in den Ammergauer Alpen entschieden. Die Kreuzspitze ist mit 2185m der höchste Gipfel der Ammergauer Alpen und bietet dementsprechend die besten Aussichten in der Umgebung.

Die Tour hat uns auch mal wieder eindrucksvoll gezeigt, wie schnell das Wetter in den Bergen umschlagen kann – in diesem Fall zu unseren Gunsten!

Tourdetails

Datum: 23.10.2021
Länge: 11km
Höhenmeter: 1100m ▲ / 1100m ▼
Dauer: 7:20h inklusive Pausen, 6:20h Gehzeit
Schwierigkeit: T3
GPX-Track

Karte & Höhenprofil

Wegbeschreibung

Unsere Tour beginnt wieder früh morgens und das ist auch gut so. Der recht kleine kostenlose Parkplatz an der Landesgrenze ist nämlich schon fast voll, als wir ihn um kurz nach 8 Uhr erreichen. Bis wir zum Loswandern fertig sind, kommen noch zwei weitere Autos und schnappen sich die letzten Stellplätze. Das Thermometer im Auto zeigt 2°C an, die dichte Wolkendecke passt irgendwie nicht so recht zu den vorhergesagten 10 Sonnenstunden. Aber wir lassen uns die Stimmung nicht trüben und starten dick eingepackt in unsere Tour.

Start am Parkplatz Ammerwald

Direkt unterhalb des Parkplatzes durchqueren wir das Neualmgries, das ausgetrocknete Kiesbett des Neualmbach.

Auf der gegenüber liegenden Seite geht es wieder in den Wald und wir folgen dem Wanderweg durch die herbstlich bunte Landschaft. Sehr angenehm für den Start der Tour ist vor allem, dass man zuerst ein Stück eben läuft und so warm werden kann, bevor es dann bergauf geht. Durch das viele Laub auf dem Boden wandert man wie auf Kissen. Bald beginnen dann auch endlos viele Serpentinen, durch die wir uns nach oben kämpfen. Zuerst noch im Wald, dann in lichten Latschenfeldern, später im Geröll. Mit zunehmender Höhe werden die Serpentinen auch steiler.

Bei einem kurzen flachen, geraden Stück weit oben im Geröllfeld hat man dann zwei Möglichkeiten: Entweder man steigt steil bergauf mitten durch das Geröll und eine kleine Scharte, oder man geht außen um den Berg herum.

Wir entscheiden uns für die zweite Variante, die weniger steil ist. Hier hat man grandiose Blicke ins Tal und auf die herbstlichen Wälder der umgebenden Berge. Das Wetter lässt leider nach wie vor zu wünschen übrig lässt.

Talblick

Weiter oben kommen die beiden Wege wieder zusammen und führen zu einem latschenbewachsenen Grat, dem wir weiter folgen. Spätestens ab hier müsste man die Kreuzspitze sehen können. Wir befinden uns aber mittlerweile in den Wolken und sehen gerade noch so den Weg, der vor unseren Füßen liegt.

Auf dem Kamm entlang geht es weiter in den Nebel

Schnell kommen wir auf dem Grat über die Baumgrenze in den Fels. Einzelne Gräser, die hier noch wachsen sind mit Reif überzogen. Entsprechend frisch ist es hier oben auch.

Die Gräser sind mit Reif bedeckt

Noch ein paar Meter und wir befinden uns oberhalb der Wolken, die wie mit dem Lineal gezogen noch eine dichte Decke bilden. Endlich ist auch das Gipfelkreuz zu sehen und schon in greifbarer Nähe. Wir sehen von unten schon, wie der Wind über den Gipfel hinweg fegt, was ziemlich ungemütlich aussieht…

Das Gipfelkreuz ist in Sicht

Bisher war der Weg zwar konditionell fordernd, aber technisch keineswegs schwierig. Etwa 100 Höhenmeter unterhalb des Gipfels beginnt dafür nun die Kraxelei, die dann auch in leichte Kletterei übergeht.

Das Gipfelkreuz erreichen wir etwa 3:20h nach unserem Aufbruch im Tal, rund 1100 Höhenmeter tiefer. Wir sind natürlich nicht die einzigen am Kreuz, aber als überlaufen kann man die Tour auch nicht bezeichnen.

Kreuzspitze Gipfel

Als wir am Kreuz stehen können wir dabei zusehen, wie die Wolken sich ringsum auflösen und den Blick auf die umliegenden Gebirge und Täler freigeben. Plötzliche Wetterumschwünge in den Bergen können auch etwas Gutes sein. Da die Kreuzspitze der höchste Berg der Ammergauer Alpen ist, haben wir ein gewaltiges Panorama vor uns.

Panorama vom Gipfel der Ammergauer Kreuzspitze

Nur das Wettersteingebirge, das wir direkt gegenüber sehen, versperrt teilweise die Sicht Richtung Süden. Allerdings können wir die Gondel zur Zugspitze ausmachen, unter der wir vor ein paar Wochen über den Stopselzieher aufgestiegen sind.

Blick auf die Zugspitze

Da wir beim Aufstieg nur kurze Pausen zum Umziehen und für Müsliriegel gemacht haben, gönnen wir uns jetzt eine längere Pause mit ordentlicher Brotzeit und heißem Tee in der Sonne. Ein wenig abseits des Gipfels suchen wir uns ein gemütliches Plätzchen, an dem der Wind nicht so stark bläst, entlasten die Muskeln und genießen die Aussicht auf Garmisch, über den Eibsee zur Zugspitze.

Brotzeit am Gipfelplateau

Ungefähr eine Stunde später machen wir uns gestärkt wieder an den Abstieg. Die Wolken sind jetzt vollständig weggezogen, wodurch das Panorama noch besser zur Geltung kommt und wir auch schön sehen können, wo wir her kommen und wieder hin gehen.

Der Abstieg erfolgt über den gleichen Weg, wie der Aufstieg. Durch den nun strahlenden Sonnenschein hat der Weg jedoch einen ganz anderen Charakter. Beim Abklettern des Gipfelaufbaus sind wieder Trittsicherheit und Schwindelfreiheit gefordert.

Abklettern der Felsen

Sobald wir diesen Teil aber hinter uns haben, geht es unschwierig den Weg zurück ins Tal. Zuerst steigen wir wieder über den latschenbewachsenen Grat, der nun voll in der Sonne liegt.

Den Kamm wieder zurück, dieses Mal in der Sonne

Dann geht es weiter, um den Fels herum und die Serpentinen wieder hinunter. Für bergab benutzen wir wie üblich die Wanderstöcke, um im Geröll besseren Halt zu haben und die Knie zu schonen. Da wir durch den nordseitigen Kessel absteigen, schafft es die Sonne Ende Oktober leider nicht mehr hierher. Stattdessen wirft die Kreuzspitze lange Schatten ins Tal.

Abstieg ins Tal

Die bunten Farben der herbstlichen Wälder kommen dafür in der tief stehenden Sonne umso besser zur Geltung.

Neualmgries im farbigen Herbstwald

Für den Abstieg brauchen wir noch einmal knapp 3h. Der Weg ist genauso kräftezehrend wie der Aufstieg und wir sind froh, gegen halb 4 wieder den Parkplatz zu erreichen.

Fazit

Alles in allem ist die Kreuzspitze eine durchaus empfehlenswerte Tour mit einem abwechslungsreichen Weg und einmaligem Bergpanorama! Die nötige Kondition für 1100 Höhenmeter und Trittsicherheit und Schwindelfreiheit im oberen Bereich sollte man allerdings dafür mitbringen.

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