und wir müssen gehen
Gipfelreiche Wochenendtour auf die Brunnenkopfhütte
Gipfelreiche Wochenendtour auf die Brunnenkopfhütte

Gipfelreiche Wochenendtour auf die Brunnenkopfhütte

Für das Pfingstwochenende haben wir uns mal wieder für eine Tour in der Nähe entschieden. Am ersten Tag geht es von Unterammergau über den Teufelstättkopf, das Laubeneck und den Hennenkopf zur Brunnenkopfhütte, wo wir die Nacht verbringen. Am zweiten Tag geht es unterhalb der Gipfel zum August-Schuster-Haus am Pürschling und wieder zurück nach Unterammergau.

Tourdetails

Datum: 27.05.2023 – 28.05.2023 (Pfingsten)
Länge: 22km
Höhenmeter: 1500m ▲ / 1500m ▼
Dauer: 2 Tage
Schwierigkeit: T3
GPX-Track

Tag 1Tag 2
Länge12km10km
Höhenmeter1300m ▲ / 550m ▼ 200m ▲ / 950m ▼
Dauer6:30h inkl. Pausen, 5:45h Gehzeit4:30h inkl. Pausen, 4:00h Gehzeit
SchwierigkeitT3T1

Karte & Höhenprofil

Wegbeschreibung

Tag 1

Wir starten um punkt 9 Uhr vom Wanderparkplatz Pürschling in Unterammergau. Wie bei unserer letzten Tour auf den Teufelstättkopf im Winter gehen wir wieder durch die Schleifmühlklamm und über den Pürschlingweg zum Kurztal-Speichersee. Kurz nach dem See biegen wir rechts vom Pürschlingweg in Richtung Kuhalm ab. An der Kuhalm halten wir uns dann links und steigen über steile Serpentinen den Wald hinauf. Dann geht es vom Felsvorsprung „Auf dem Stein“ über einen Gratweg zum Fuß des Teufelstättkopfs. Ohne Schnee ist das ganze auch nicht so wild. Natürlich gehen wir auch nochmal die kleine Kletterpassage zum Gipfelkreuz des Teufelstättkopf hinauf.

Vom Gipfel des Teufelstättkopfs können wir schon den Weg zu unserem nächsten Zwischenziel, dem Laubeneck, sehen. Der markante Grat zwischen den beiden Gipfeln, die mit 1758m genau gleich hoch sind, ist uns schon oft aufgefallen: Von der Bundesstraße, ebenso wie von umliegenden Bergen – irgendwie ist er immer im Blick. Und wir haben uns immer gefragt, wie man von dort auf das steil abfallende Laubeneck hoch kommt. Jetzt wissen wir es!

Bevor wir aber weiter gehen, machen wir am Fuß des Gipfelaufbaus gegen 12 Uhr noch eine kurze Trail-Mix-Pause zur Stärkung. Wir sind beide nicht in Topform auf dieser Tour, ich war unter der Woche sogar ein paar Tage krank und bin froh, dass ich die Tour überhaupt angehen kann. Nach ungefähr 10 Minuten geht es dann auch schon weiter.

Wir laufen den bekannten Weg nach Süden zu einem Abzweig. Anders als beim letzten Mal gehen wir hier aber nicht nach links zum Pürschling, sondern nach rechts zum Laubeneck. Es geht quer über den Hang direkt auf das Laubeneck zu, dann allerdings nordseitig um den Berg herum, direkt an der Felswand entlang und einen steilen Hang hinauf, der in eine kurze Rinne mündet.

Dann geht es ein paar Meter flach über Gras und man muss sehr aufpassen, den Abzweig nach links zum Laubeneck nicht zu verpassen. Eigentlich ist es kein wirklicher Abzweig. Es gibt weder einen Wegweiser, noch einen richtigen Weg, sondern nur einen kleinen Trampelpfad, der nach links durch Latschen aufs Laubeneck führt. Von oben haben wir einen schönen Blick auf den Hennenkopf und die Klammspitzen im Westen und den Teufelstättkopf im Osten. An letzterem ist jetzt richtig viel los und man kann die Leute bis hier reden hören, fast als ob sie neben uns ständen. Am Laubeneck selbst ist dagegen niemand außer uns und wir sind auch die ersten, die sich heute ins Gipfelbuch eintragen 🙂 Eine ausgedehntere Pause mit vernünftiger Brotzeit ist jetzt überfällig und so sitzen wir ungefähr eine halbe Stunde am Gipfel und genießen die Aussicht.

Weiter geht es vom Gipfelkreuz weg direkt nach Westen. Zuerst noch auf einem Trampelpfad, dann müssen wir weglos zurück auf den Normalweg kreuzen. Wir wandern geradewegs auf den Hennenkopf zu und dann südseitig am Felsmassiv vorbei. Kurz darauf gibt es einen beschilderten Abzweig zum Hennenkopf. Von hier ist es wirklich nur noch ein Katzensprung zum Gipfel, der sich aber durchaus lohnt. Der Weg führt durch einen Kessel mit großen Felsblöcken, um schließlich steil von Norden her auf den Gipfel zu leiten.

Aufstieg zum Laubeneck durch ein Felsenlabyrinth

Von dem schmalen Gipfelplateau haben wir noch einmal einen Blick auf die zurückliegende und noch vor uns liegende Strecke. Außerdem ist von hier aus auch schon unser Tagesziel, die Brunnenkopfhütte zu sehen. Wir halten uns nicht lange auf, sondern machen uns gleich wieder auf den Weg nach Westen. Bald geht es über Serpentinen einen steilen Hang hinunter und der Weg kommt auf den Panoramaweg, der unterhalb der drei von uns bestiegenen Gipfel verläuft. Wir gehen südlich am bewaldeten Dreisäuler Kopf vorbei, dann wird der Weg zur Forststraße und wir erreichen gegen halb 4 die Brunnenkopfhütte.

Nachdem wir uns angemeldet haben, beziehen wir das Lager, genehmigen uns eine Portion Kaiserschmarrn auf der sonnigen Terrasse und stoßen auf den gelungenen Tag an. Wir entscheiden uns, den Brunnenkopf auszulassen, der unweit der Hütte noch zu besteigen wäre, und stattdessen einfach noch bis zum Abend zu entspannen. Zum Abendessen haben wir Pasta und Spinatknödel. Bergsteigeressen gibt es wohl keins. Abends in der Gaststube spielen wir mit anderen an unserem Tisch ein paar Runden Wizard, dann geht es ab in die Schlafsäcke.

Tag 2

Morgens beim Aufstehen gibt es erst Mal direkt einen Schock: Blut am Schlafsack. Es gibt hier offensichtlich Bettwanzen! Zum Glück haben wir unsere Rucksäcke nicht im Zimmer, sondern draußen in den Spinden gelagert. Die Schlafsäcke und Schlafsachen kommen in luftdichten Tüten zurück in die Rucksäcke. Ein mulmiges Gefühl bleibt. Die andere Überraschung: Es kommt kein Wasser mehr aus den Leitungen. Zum Glück haben wir wenigstens unsere Trinksysteme gestern Abend schon befüllt.

Zum Frühstück haben wir jeweils ein Schoko-Croissant und eine Banane, dann starten wir um halb 8 schon in die Wanderung. Da wir nur noch den Abstieg vor uns haben, wäre der Brunnenkopf eigentlich heute noch eine Option gewesen, aber das geht zeitlich nicht auf, da wir später noch Besuch bekommen. Die Sonne steht schon hoch und es verspricht, ein herrlicher Tag zu werden. Wir gehen auf dem gleichen Weg zurück, den wir gestern gekommen sind: Erst auf der Forststraße, dann über der Wanderweg bis zu dem Abzweig auf den Kammweg über die drei Gipfel. An diesem Abzweig bleiben wir heute allerdings auf dem unten verlaufenden Weg zum Pürschling. Der Weg verläuft unschwierig im Wald, gibt aber immer wieder schöne Ausblicke auf Schloss Linderhof und die Berge der Ammergauer Alpen frei.

Schloss Linderhof und die Kreuzspitze

Nach etwa 2h erreichen wir das August-Schuster-Haus. Bei den Kuchen können wir nicht nein sagen und gönnen uns noch ein zweites Frühstück mit einer tollen Aussicht auf der Terrasse 🙂 Außerdem studieren wir die Panoramatafel, auf der die umliegenden Gipfel beschriftet sind.

Zweites Frühstück am August-Schuster-Haus

Für den Abstieg zum Parkplatz nehmen wir den Weg über den Plattenberggrat, der erst angenehm durch den Wald führt und dann hinter der Langtal-Alm einen Rücken hinunter. Kurz nach der Alm haben wir zwei Möglichkeiten: Entweder über den Pürschlingweg wieder zum Kurztal-Speichersee aufsteigen und den bekannten Weg zurückgehen, oder direkter, aber dafür steiler geradeaus. Da beide Wege zum Parkplatz führen, nehmen wir den uns unbekannten Weg, der tatsächlich sehr steil und rutschig ist. Unten angekommen steht dort auch ein Schild, dass der Weg aktuell gesperrt ist und man den anderen nehmen soll. Das ist ja immer super, wenn solche Schilder nur auf einer Seite des Weges stehen 😀

Um 12 Uhr sind wir wieder am Parkplatz und machen uns auf den Heimweg. Zuhause kommt nichts mit in die Wohnung, um potenziellen Bettwanzen direkt den Garaus zu machen. Alles, was bei 60°C in die Wäsche kann, fliegt direkt in die Wäsche, der Rest kommt für drei Tage in die Gefriertruhe bei -20°C. Damit sollte Ruhe sein.

Fazit

Die Rundtour in den Ammergauer Alpen mit einer Übernachtung auf die Brunnenkopfhütte ist eine schöne Tour für ein Wochenende im Frühjahr. Sie ist wenig begangen, hält viele mögliche Gipfelziele mit tollen Ausblicken parat und ist durch die relativ niedrige Lage auch früh schneefrei. Die Gegend bietet außerdem viele Möglichkeiten, um die Wanderung zu variieren. Zum Beispiel kann man sie nach Westen über die Klammspitzen verlängern, oder Schloss Linderhof einen Besuch abstatten. In unserer Variante ist die Tour auch gut machbar, wenn man nicht gerade in Bestform unterwegs ist.

Das Thema Bettwanzen war natürlich ein Schock – die will man ja auf gar keinen Fall mit nach Hause nehmen. Tatsächlich hatten wir das bisher auch auf noch keiner Hütte, auch wenn es oft schon Vorkehrmaßnahmen gab, wie zum Beispiel, dass Schlafsäcke bei der Ankunft in die Mikrowelle mussten oder Rucksäcke über Nacht außerhalb der Zimmer gelagert wurden. Zumindest letztere Option gab es ja zum Glück auch bei der Brunnenkopfhütte.

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