und wir müssen gehen
Rundtour über Teufelstättkopf, Pürschling und Steckenberg
Rundtour über Teufelstättkopf, Pürschling und Steckenberg

Rundtour über Teufelstättkopf, Pürschling und Steckenberg

Durch den ersten Schneefall am letzten Wochenende sind die Berggipfel weiß gepudert. Da die Sonne scheint, ist klar, dass unsere erste Tour bei winterlichen Verhältnissen für diese Jahr ansteht! Wir haben uns für eine Rundtour über den Teufelstättkopf bei Unterammergau entschieden – eine nicht allzu schwere Bergtour mit nur einer einzigen versicherten Stelle direkt am Gipfelkreuz. Der Schnee in den höheren Lagen macht die Tour aber auch nicht gerade zum Spaziergang.

Tourdetails

Datum: 07.11.2021
Länge: 14km
Höhenmeter: 950m ▲ / 950m ▼
Dauer: 7:30h inkl. Pausen, 6h Gehzeit
Schwierigkeit: T2, optional T3
GPX-Track

Karte & Höhenprofil

Wegbeschreibung

Da die Tage mittlerweile recht kurz sind, ist die Sonne noch hinter dem Horizont, als wir von Zuhause losfahren. Unterwegs sehen wir drei Wildschweine, die die vom Eis glitzernde Straße überqueren. Bei frostigen -3°C erreichen wir dann gegen 20 nach 8 den Parkplatz Pürschling in Unterammergau. Die Parkgebühren betragen auch hier wieder 7€ pro Tag, zu bezahlen mit Münzen oder per App. Natürlich haben wir nicht genug Kleingeld dabei und müssen uns erst noch mit gefrorenen Fingern durch die App fummeln, bis es losgehen kann. Gegen halb 9 starten wir dann dick eingepackt in die Tour. Die anfängliche Sonne am Auto weicht direkt dem Schatten des Berges.

Start am Pürschling Parkplatz

Gleich am oberen Ende des Parkplatzes folgen wir dem Wegweiser zur Schleifmühlklamm, deren Einstieg wir kurz darauf erreichen. Der Steig verläuft parallel zur Forststraße durch die Klamm hinauf. Der Weg führt teilweise über dichtes Wurzelwerk, ist aber sehr gut ausgebaut und an vielen Stellen mit Geländern gesichert. In der Klamm finden sich zahlreiche Wasserfälle, die sich in kleine, sehr schöne Gumpen ergießen.

Am oberen Ende der Klamm kommen wir auf die Forststraße, der wir Richtung Teufelstättkopf folgen. Am nächsten Abzweig halten wir uns rechts, überqueren den Fluss und erreichen bald darauf den Kurztal-Speichersee, der still wie ein Spiegel daliegt. Der See liegt noch im Schatten und die umliegenden Gräser sind mit Reif bedeckt. Im Sommer sicher gut für eine Erfrischung, dürfte die Wassertemperatur heute nicht weit über dem Gefrierpunkt liegen.

Kurztal Speichersee

Etwa hundert Meter nach dem See kommen wir wieder an einen Wegweiser, dem wir Richtung Kuhalm folgen. nach wie vor ist der Weg breit und unschwierig. Wir gewinnen an Höhe und bald sehen wir auch die Sonne wieder. An mehreren Abzweigen halten wir uns immer links, insbesondere an dem Abzweig mit dem Warnschild „Vorsicht Schlangen“. Von der Forststraße aus können wir das erste Gipfelkreuz Auf dem Stein erkennen – und reichlich Schnee! Auf etwa 1300m Höhe erreichen wir die Schneefallgrenze und kurz darauf die Kuhalm.

An der Kuhalm verlassen wir die breite Forststraße und folgen dem Wegweiser Richtung Auf dem Stein einen kleinen Trampelpfad hinauf. Auf dem Hügel oberhalb der Kuhalm folgen wir dem Pfad nach links. Hier kommt jetzt auch richtiges Bergfeeling auf. Der schmale Pfad führt in einen Wald hinein und in steilen Serpentinen bergauf. Oben aus dem Wald herausgekommen stehen wir in strahlendem Sonnenschein und blendend weißem Schnee.

Von hier aus sehen wir das Gipfelkreuz des Auf dem Stein aus der Nähe.

Auf dem Stein

Nach ein paar Metern erreichen wir einen Aussichtspunkt, von dem aus man das vorgelagerte Gipfelkreuz erreichen kann. Da der Pfad allerdings nicht gespurt ist und wir ihn auch nicht kennen, genießen wir die Aussicht von oben und riskieren nichts. Die Sicht ist ein absoluter Traum.

Panorama Auf dem Stein

Nach einer kurzen Pause steigen wir weiter bergauf entlang des Kamms zum Teufelstättkopf. Ab hier wird das Gelände alpiner. Der Pfad wird deutlich schmaler, steiler und ausgesetzter. Wir befinden uns im Absturzgelände. Trittsicherheit ist hier absolut erforderlich! Den Teufelstättkopf immer im Blick erreichen wir seinen Fuß nach etwa einer halben Stunde.

Einsam ist es hier oben nicht. Viele Wanderer treffen hier zusammen, die verschiedene Routen gehen allen Richtungen kommen. Viele sind mit Grödeln unterwegs, andere wie auch wir mit Stöcken. Allerdings sind Grödel bei diesen Verhältnissen wohl wirklich die bessere Wahl. Vom Plateau aus führt ein kurzer seilversicherter Steig zum Kreuz hinauf. Wir deponieren unsere Stöcke und steigen auf. Der Blick von oben in die jetzt schneebedeckten Berge rundum ist herrlich. Wir erkennen viele bekannte Stellen von unseren letzten Touren in den Ammergauer Alpen und natürlich die Zugspitze.

Panorama Teufelstättkopf

Wieder am Fuße des Gipfelaufbaus ist es Zeit für eine ordentliche Brotzeit mit heißem Tee und belegten Brötchen. Der größte Teil der Höhenmeter ist geschafft, ab jetzt wird es entspannter.

Um nicht auszukühlen, machen wir uns frisch gestärkt bald wieder auf den Weg Richtung Süden zum Pürschling. Weiterhin sind wir im Schnee und teilweise Schneematsch unterwegs, der im Abstieg auch rutschig sein kann. Unterwegs werden wir noch einmal mit Ausblicken ins Lindertal und reichlich Schnee belohnt, ehe das August-Schuster-Haus ins Sichtfeld kommt. Der Abstieg zur Hütte ist steil.

Das August-Schuster-Haus hat leider Winterpause, allerdings gibt es einen Kühlschrank mit Vertrauenskasse. Das Angebot findet anscheinend guten Zuspruch, denn viele Wanderer machen hier eine Mittagspause bei einem kühlen Getränk. Da wir unsere Mittagspause erst vor etwa 45 Minuten hatten, halten wir uns nicht lange auf und wandern weiter. Kurz nach der Hütte gibt es einen Abzweig nach rechts zum Pürschling, der eigentlich nur ein kleiner Felsvorsprung ist und in wenigen Minuten bestiegen werden kann.

Weiter geht es wieder eine vereiste Forststraße bergab, bis wir einem Wegweiser zum Kolbensattel folgend nach rechts in einen Waldpfad gelangen. Der Pfad verläuft sehr idyllisch, relativ eben und einsam unterhalb des Sonnenberggrats. Die Zeitangabe mit 1h ist sehr großzügig bemessen. Wir brauchen nur etwa 40 Minuten. Zu unserem Glück hat die Kolbensattelhütte noch geöffnet, sodass wir noch einmal eine Pause einlegen und uns ein Radler gönnen. Zwar ist es erst kurz nach halb 2, allerdings schafft es die Sonne nicht mehr wirklich über den hohen Sonnenberggrat.

Radler auf der Kolbensattelhütte

Bevor wir wieder zum Parkplatz absteigen haben wir noch einen letzten Anstieg zum Steckenberg zu bewältigen. Beschilderung ist für den nun folgenden Abschnitt gar keine vorhanden, entsprechend wenig ist hier auch los.

Zunächst müssen unterhalb der Rodelbahn durch. Auf Nachfrage beim Liftwart: Ja, genau da, wo abgesperrt ist. Haha!

Das ist der Weg

Dann geht es einmal um einen Berg herum und auf diesen hinauf zu einer Hütte der Bergwacht. Die Hütte passieren wir auf der linken Seite und steigen dort dann über den herunter hängenden Stacheldrahtzaun. Von hier aus ist die Wegfindung wirklich einfach: Bis zum Steckenbergkreuz halten wir uns immer links vom Zaun und ganz nah an diesem auf dem Waldweg. Falls man den Zaun aus dem Blick verliert, ist man falsch abgebogen.

Fast unbemerkt überqueren wir die Kuppe des kreuzlosen Steckenbergs. Ab hier geht es nur noch bergab, ganz entspannt durch den Wald und über Wiesen. Bald wird der Weg breiter und wir müssen bei einer kleinen Stelle aufpassen. Hier führt der breite Weg vom Zaun weg nach links – wir halten uns aber rechts, immer am Zaun entlang auf einen kleinen Pfad durch die Bäume. Dieser Pfad führt dann etwas steiler eine Wiese bergab. Mit abnehmender Höhe wird die Landschaft auch wieder zunehmend grüner. Nach etwa 45 Minuten ab der Kolbensattelhütte erreichen wir das Steckenbergkreuz. Das Kreuz ist ziemlich imposant und hat sogar eine Panoramabank mit Blick nach Unterammergau. Echt schade, dass so ein toller Aussichtspunkt nicht besser ausgeschildert ist.

Von hier aus ist der Weg gut erkennbar mit eingelegten Stufen. An der großen Wegkreuzung müssen wir zuerst rechts abbiegen, um dann sofort wieder links einem wurzeligen, steilen Waldpfad bergab zu folgen. Ein Blick auf die Karte hilft hier. Diesem Weg folgen wir nun, bis wir wieder auf die Forststraße treffen, die zurück zum Parkplatz führt. Letzteren erreichen wir kurz vor 4 Uhr nachmittags und machen uns gleich wieder auf den Heimweg.

Fazit

Rückblickend lässt sich sagen, unsere erste Tour im Schnee für dieses Jahr war traumhaft schön. Es hat einfach alles gepasst: Länge und Anspruch der Tour, sogar eine Einkehrmöglichkeit und dazu noch das Kaiserwetter. Teilweise verlief der Weg unschwierig über Forststraßen oder Wiesen, teilweise hatte er schon alpinen Charakter und erforderte Trittsicherheit. Auf manchen Abschnitten hat man viele andere Wanderer getroffen, auf anderen wiederum war man ganz allein. Die Wegfindung war nicht immer ganz einfach, vor allem auf dem letzten Teilabschnitt über den Steckenberg. Aber am Ende führen wahrscheinlich auch die meisten Wege wieder zurück.

Das Highlight war natürlich der Teufelstättkopf, dessen Gipfel man optional über einen kurzen, seilversichterten Steig erreicht. Von dort oben kann man eine wirklich tolle Aussicht auf die schneebedeckten Berge genießen und am Gipfelfuß findet sich reichlich Platz für eine Brotzeitpause.

Ein Kommentar

  1. Pingback: Winterwunderland am Aufacker – Die Berge rufen

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