und wir müssen gehen
Tagestour über Laber und Ettaler Manndl
Tagestour über Laber und Ettaler Manndl

Tagestour über Laber und Ettaler Manndl

Die wahrscheinlich letzte Wanderung, die wir dieses Jahr noch bei sommerlichen Verhältnissen machen können führt uns nach Oberammergau. Bei strahlendem Sonnenschein besteigen wir die Oberammergauer Hausberge Laber und Ettaler Manndl. Eine abwechslungsreiche Rundtour mit tollen Aussichten ins Ammertal und die umliegenden Gebirge.

Tourdetails

Datum: 23.10.2021
Länge: 11km
Höhenmeter: 850m ▲ / 850m ▼
Dauer: 6h inkl. Pausen, 4:30h Gehzeit
Schwierigkeit: T2, optional A/B
GPX-Track

Karte & Höhenprofil

Wegbeschreibung

Wir starten unsere Tour vom Parkplatz der Laber Bergbahn in Oberammergau. Das Tagesticket kostet 7€. Das Tal liegt noch komplett im Schatten, als wir uns gegen halb 9 bei winterlichen Temperaturen an den Aufstieg machen. Die Rundtour kann prinzipiell in beide Richtungen begangen werden. Wir gehen gegen den Uhrzeigersinn, starten also Richtung Südosten auf dem Schartenkopfweg. Gleich nach einer Weide geht es in einem mäßig steilen Wald auf einem gut angelegten Kiesweg bergauf.

Start in Oberammergau

Bei der Kreuzung mit einem Fahrweg folgen wir dem Wegweiser auf einem Schotterweg Richtung Schartenkopf. Der Weg führt nach Süden, um dann einfach in einer Weide aufzuhören.

Hier geht es links in den Wald

Beim Blick auf die Karte stellen wir fest, dass wir einen Abzweig verpasst haben: Kurz nach einer Tränke geht es nämlich ohne Markierung links in den Nadelwald hinein. Über viele Wurzeln geht es fort bergauf, bis wir eine steile Piste erreichen, die wir in Serpentinen aufsteigen.

Am Ende der Piste geht es wieder in den Wald hinein. Kurz darauf erreichen wir auf einer Lichtung eine Gabelung. Wir folgen hier nicht dem mit Pfählen markierten Trampelpfad geradeaus, sondern bleiben in einer Linkskurve auf dem Kiesweg wieder in den Wald. Dieser wird bald auch lichter und gibt den Blick Richtung Oberammergau und den Kofel in der aufgehenden Sonne frei.

Der Kofel in der aufgehenden Sonne

Außerdem wird der Weg auf rund 1300m Höhe nun auch etwas steiniger und steiler. Etwa eine Stunde nach Start erreichen wir die unbewirtschaftete Laber-Alm. Beim Blick nach Süden sehen wir schon die Laber Berggaststätte ganz nah. Anstatt allerdings direkt darauf zuzusteuern, gehen wir nach rechts um den Berg herum über den Schartenkopf. Nachdem wir die Gondel kreuzen, wird der Pfad langsam felsiger und anspruchsvoller. Hier ist nun auch ein wenig Trittsicherheit gefragt.

Langsam wird es felsiger

Dafür wird die Aussicht mit jeder Serpentine besser. Überall gibt es kleine Vorsprünge, die ein ungehindertes Panorama zeigen. Am letzten Vorsprung vor dem Schartenkopf etwa sehen wir Ettal mit seinem Kloster auf der einen Seite und Oberammergau mit dem vorgelagerten Kofel auf der anderen. Natürlich immer im Hintergrund die Zugspitze und die Ammergauer Alpen.

Der letzte Aufschwung zum Schartenkopf ist mit Stahlseilen versichert, allerdings keine wirkliche Schwierigkeit.

Die letzten Meter zum Schartenkopf

Auf dem Schartenkopf angekommen, sind die Höhenmeter zum größten Teil geschafft und wir gönnen uns bei herrlichstem Bergpanorama eine kurze Pause in der Sonne. Wir können einige bekannte Gipfel ausmachen, die wir schon bestiegen haben, unter anderem die Zugspitze im Süden und die drei Hörnlegipfel im Norden. Außerdem sehen wir unseren nächsten Gipfel, das Ettaler Manndl, das sich zusammen mit dem Ettaler Weibl als senkrechter Felszacken aus dem Wald erhebt.

Blick über den Laber zum Ettaler Manndl und Weibl

Nach unserer etwa 20-minütigen Pause laufen wir weiter über einen schmalen Kammweg zum Laber. Kurz bevor wir wieder unter der Gondel kreuzen, geht es laut Karte rechts einen kleinen Pfad zum Laber Gipfelkreuz. Leider haben wir den nicht ausgeschilderten Abzweig wohl verpasst und das erst später gemerkt. An der Laber Berggaststätte angekommen ist dort einiges los, sodass wir uns hier nur für ein paar Panoramabilder aufhalten. Das Hüttenradler wollen wir uns für die Soila-Alm aufheben 🙂. Von der oberen Plattform der Gaststätte aus haben wir einen super Blick nach Süden auf das Wettersteingebirge und nach Norden über das Hörnle hinweg ins Alpenvorland mit seinen vielen Seen.

Von der Berggaststätte steigen wir gemeinsam mit vielen anderen Wanderern Richtung Ettaler Manndl ab. Nach ein paar Minuten bekommen wir auch nochmal ein schönes Sichtfenster auf die beiden Zacken.

Blick vom Mandlweg zum Ettaler Manndl und Weibl

Der Mandlweg läuft weiter sehr entspannt im Wald und bietet mehrere kleine Zwischengipfel oder Aussichtspunkte, die über gut ausgetretene Pfade erreicht werden können. Ideale Punkte für ein kleines Picknick. Am nächsten Abzweig biegen wir rechts ab und steigen in Serpentinen im Wald ab. Bald haben wir die imposanten, steilen Felswände des Manndls zu unserer Linken. Der Einstieg in den Klettersteig ich nun nicht mehr weit.

Die Felswand des Ettaler Manndl

Am Einstieg des Klettersteigs angelangt, ist dort schon einiges los. Wir ziehen schnell unsere Kletterhandschuhe an und machen uns an den Aufstieg. Auf dem Klettersteig ist durch den starken Andrang an einem Samstag mit Gegenverkehr zu rechnen, allerdings gibt es immer wieder Ausweichmöglichkeiten, sodass man gut und sicher aneinander vorbei kommt. Der Steig ist mit A/B bewertet und als solcher auch nicht allzu schwer. Trotzdem sollte man schwindelfrei und vor allem trittsicher sein! Der Fels ist durch die starke Begehung größtenteils sehr speckig und man kann leicht abrutschen. Die Steinschlaggefahr ist dafür nicht so groß. Im Großen und Ganzen waren die Leute am Steig alle vernünftig und rücksichtsvoll. Ein paar sind auch am Warnschild umgedreht – das ist immer besser, als sich zu übernehmen, wenn man es sich nicht zutraut. Auch sollte man immer bedenken, dass der Abstieg in aller Regel schwieriger ist, als der Aufstieg.

Für den Aufstieg brauchen wir knapp 20 Minuten, inklusive Wartezeiten, um Gegenverkehr durchzulassen. Der Steig ist zwar nicht lang, macht aber Spaß und bringt eine schöne Abwechslung in die Tour. Oben angelangt, machen wir die obligatorischen Gipfelphotos und suchen uns dann ein Plätzchen ein Stück vom Kreuz entfernt, um auch anderen die Chance zu geben, kurz allein am Kreuz zu sein.

Auf einem kleinen Plateau unterhalb des Gipfels genießen wir bei bestem Wetter die Aussicht rundum und machen eine Brotzeit mit geschmierten Brötchen und heißem Tee. Außerdem gibt’s passend zum Gipfel einen kleinen Ettaler Manndl Kräuterschnaps, den wir uns vor ein paar Wochen bei einem Besuch des Kloster Ettal mitgenommen haben 😀

Die Idylle oben wird um Punkt 12 gestört, als in den umliegenden Tälern die Sirenen angehen und tausendfach von den Bergwänden widerhallen. Es ist der letzte Samstag im Monat, also zum Glück nur ein Testsignal! Nach reichlicher Stärkung machen wir uns wieder an den Abstieg zurück zum Einstieg des Klettersteigs. Jacqueline jetzt mit dem Klettersteigset, ich ohne. Der Verkehr auf dem Steig hat noch nicht nachgelassen, sondern eher zugenommen. Entsprechend brauchen wir rund 25 Minuten für den Abstieg.

Zurück am Wanderweg gehen wir nach links Richtung Soila-Alm. Der gut angelegte Weg führt durch den Wald zum Soila-See, der allerdings wie meistens im Sommer komplett trocken liegt.

Der ausgetrocknete Soila-See

Weiter über ein kurzes Stück Forststraße passieren wir Skulpturen von Steinböcken, die mit Kettensägen aus Bäumen gesägt wurden und erreichen dann die Soila-Alm. Leider hat diese schon für die Saison geschlossen. Schade, das Hüttenradler muss bei dieser Tour dann wohl ausbleiben.

Die Soila-Alm

Von der Hütte aus folgen wir dem Wanderweg, der sich immer wieder mit dem Fahrweg kreuzt, um das Laberköpfl herum. Wir nehmen bei jeder sich bietenden Gelegenheit den Wanderweg durch den Wald. Das ist nicht nur angenehmer für die Füße, sondern man muss auch nicht ständig auf Fahrradfahrer aufpassen. Auf dem weiteren Weg steigen wir ab zur Laine, die wir auf einer Brücke überqueren und ihr dann bis zum Parkplatz folgen. Das Auto erreichen wir rund 6h nach Start bei gemütlicher Geschwindigkeit und mit einigen Pausen.

Fazit

Abschließend lässt sich sagen, die Tour über den Laber und das Ettaler Manndl ist eine wunderschöne und abwechslungsreiche Bergtour mit tollen Aussichten und sogar Einkehrmöglichkeiten. Entsprechend ist man hier auch sicher nicht allein unterwegs. Durch verschiedene Optionen wie die Bergbahn oder diverse Abkürzungen kann man die Tour auch beliebig verkürzen oder noch verlängern. Den Abstecher auf das Ettaler Manndl zum Beispiel kann man einfach auslassen, wenn man sich nicht sicher fühlt, oder das Wetter es nicht zulässt.

Ein Kommentar

  1. Pingback: Winterwunderland am Aufacker – Die Berge rufen

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